Nierenkrebs
Ratgeber für Betroffene und Angehörige
Therapie
Bevor nach der Diagnose Nierenkrebs die Entscheidung für eine bestimmte Therapie getroffen wird, wird zum einen der gesamtgesundheitliche Zustand des Patienten betrachtet und zum anderen eine Klassifikation des vorliegenden Nierenkarzinoms vorgenommen. Hierfür wird das international gültige Schema der TNM-Klassifikation genutzt. Betrachtet werden die Größe und Beschaffenheit des Tumors (T), die Anzahl bzw. das Vorhandensein von Lymphknotenbefall (N) und eine mögliche Metastasierung (M).
In den meisten Fällen von Nierenkrebs wird eine Operation durchgeführt. Da bei einer gesunden zweiten Niere diese die Funktion der von Krebs befallenen Niere übernehmen kann, wird häufig eine komplette Entfernung der betroffenen Niere vorgenommen. Bei kleineren Nierenkarzinomen oder bei Patienten, die nur noch eine funktionsfähige Niere haben, kann auch nur der Tumor mit einem Teil des ihn umgebenden Gewebes entfernt werden.
Bei einem Tumor, dessen vollständige Entfernung nicht sicher ist, kann eine zusätzliche Strahlentherapie nach der Operation erfolgen. Bei dieser Art der Krebstherapie werden ionisierende Strahlen auf die betreffenden Körperregion gerichtet, um die Krebszellen zu schädigen.
Weitere mögliche adjuvante (zusätzliche) Therapien sind die Chemotherapie oder die Immuntherapie. Bei einer Chemotherapie werden Medikamente, sog. Zytostatika verabreicht, die die Teilung und das Wachstum der Tumorzellen aufhalten bzw. schwächen sollen. Zwar werden dabei auch gesunde Zellen geschädigt, jedoch können sich diese besser regenerieren als die Tumorzellen. Unerwünschten Begleiterscheinungen einer Chemotherapie kann mit speziellen Medikamenten entgegengewirkt werden. Bei der sog. Immuntherapie soll das Immunsystem des Körpers derart angeregt werden, dass die Krebszellen als solche erkannt und u. U. geschädigt werden.
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